Aktuelles Bildungsangebot

Essen, Ausgrenzung und Widerstand (ONLINE)

- aus der Reihe "Politik des Essens - eine intersektionale Betrachtung"


Essen ist Alltag, Essen ist Familie, Essen ist LifeStyle. Essen wird bestimmt durch gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Kontexte. Damit ist Essen nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern höchstpolitisch und mit vielfältigen Bedeutungen behaftet. Die Frage mit welchem kulturellen Etikett Essen gelabelt wird, wie Essen produziert wird, wer von welchem Essen profitiert, stellt sich im Alltag nur selten. Welche Bedeutung wird welchem Essen zugesprochen, wie wird Gesundheit, Fremdheit, Genuss darin verhandelt?  Wer hat welchen Zugang zu welchem Essen und welche Rolle spielen darin Bio-Essen, Veganismus?

In der ersten Seminarreihe widmen wir uns dem Thema Essen in der Migrationsgesellschaft Deutschland und wagen dabei immer wieder die globale und hierarchiekritische Perspektive. Aus intersektionaler Perspektive widmen wir uns gemeinsam mit Fachreferent*innen verschiedenen Facetten der Politik des Essens. Dabei reflektieren wir auch unsere eigene Essenbiografie, befassen uns mit eigenen Emotionen. Ziel ist es, uns den eigenen Umgang mit Essen zu reflektieren, neue Perspektiven zu erhalten und sich der Vielfalt von essenspolitischem Handeln zu nähern.

08.10.2021 Essen, Ausgrenzung und Widerstand:

Während die Küche und die Rezepte aus dem Leben in den Herkunftsländern eine wichtige Funktion für die eingewanderte Elterngeneration spielen kann, um den Erhalt von kulturellem Erbe, um Zugehörigkeit, Verbundenheit und Vertrautheit in den eigenen Migrationsprozess zu integrieren, kann diese mitgebrachte Ess- und Kochkultur gleichzeitig bei den Kindern (in erster oder zweiten Generation) zu Othering-Erfahrungen führen. Optik, Zutaten, Gerüche und die Art der Zubereitung und des Konsumierens wird von der Mehrheitsgesellschaft als fremd und befremdlich markiert und exotisiert. Dabei überträgt sich das Othering häufig von dem Produkt auf die Menschen, die es zubereiten oder konsumieren. Gleichsam kann diese Abwertung auch zu Abgrenzung zu diesem Teil der gelebten Familienkultur zur Folge haben und damit zu Spannungen innerhalb der Generationen führen. In diesem Seminar werden migrantische Erfahrungen von Essen, Aushandlungsprozesse rund um Essen und der Neubewertung von Essen debattiert und Impulse für eine inklusive Debatte rund um die Rolle von Essen in der Migrationsgesellschaft gesetzt.

Format: Online-Seminar

Termin: Freitag, 08.10.2021

Zeitraum: 08:30 – 16:30 Uhr

Referent*innen: Mari Nagaoka, Dipl. Pädagogin, & Anna So-Shim Schumacher, M.A. Friedens- und Konfliktfoschung

mit Impulsvortrag von Fallon Tiffany Cabral

 

Kosten: 25,00€

Termine

08.10.2021 - 08.10.2021